Lebenderkennung: Ein Foto dreht nicht den Kopf
Ein Gesicht zu erkennen ist das eine. Sicher zu sein, dass es wirklich vor der Kamera steht – und nicht auf einem Handy-Display, einem Ausdruck oder einem Foto im Portemonnaie –, ist das andere. Daran arbeiten wir seit unseren allerersten Versuchen im Jänner 2026. Heute ist die Lebenderkennung die letzte Hürde, bevor ein Stammkunde ohne Ausweis einkaufen darf.
Lebenderkennung: Kopf drehen, bitte
Ein Foto eines Stammkunden vor die Kamera halten – das ist der naheliegende Betrugsversuch. Dagegen hilft eine aktive Probe: Der Kunde schaut geradeaus und dreht den Kopf dann nach links und nach rechts. Das Gerät misst dabei die Kopfdrehung laufend, viele Male pro Sekunde.
- Gegen ein einzelnes Foto: Ein Bild kann den Kopf nicht drehen. Ohne die verschiedenen Blickrichtungen gibt es kein Weiter.
- Gegen mehrere Fotos: Wer drei Fotos nacheinander hinhält, muss drei Bilder derselben Person in genau diesen Haltungen haben. Das Gerät vergleicht jede Seitenansicht mit der Frontalansicht.
- Gegen den Tausch: Die Frontalaufnahme der Lebenderkennung wird mit dem erkannten Stammkunden verglichen. Wechselt zwischendurch die Person, scheitert dieser Vergleich.
Die Bilder der Lebenderkennung werden nur im Arbeitsspeicher verarbeitet und danach verworfen. Spätestens nach 15 Sekunden bricht die Probe ab. Scheitert sie, sagt der Automat nur, dass er die Person nicht bestätigen konnte – ohne Spitznamen, ohne Hinweis, wem das Gesicht ähnlich sah. Der Weg über Ausweis oder ID Austria steht dann wie immer offen.
Lächeln oder Blinzeln als zusätzliche Aufgabe hatten wir eine Zeit lang eingebaut und wieder entfernt. Die Kopfdrehung mit dem Gesichtsvergleich deckt die Angriffe ab, die wir heute erwarten, und ist für Kunden schneller.
Niemand rutscht ins Bild
Damit während der Aufnahme niemand anderer ins Bild rutscht, verfolgt das Gerät das Gesicht über die Bilder hinweg. Taucht plötzlich ein anderes auf, wird es verworfen.